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02.10.2017

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18.09.2017

Generalversammlung 2018

Die nächste Generalversammlung findet am 28. April 2018 statt.

Der Beruf

Handwerk und Tradition


Das Gravieren ist so alt wie die Menschheit selbst.
Zu allen Zeiten benutzten die Menschen Schneidewerkzeuge, um Schmuck und Gebrauchsgegenstände zu verzieren.
Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Gravierkunst im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts, als Rüstungen und Waffen kunstvoll graviert und ziseliert wurden.

Albrecht Dürer brachte im 16. Jahrhundert dieses Handwerk zu einer neuen Blütezeit, als er mit denselben Werkzeugen die Kupferdruckstöcke für seine berühmten Drucke schnitt, und wie wir sie auch heute im 21. Jahrhundert in unserer Werkstätte noch benutzen.

Gravuren müssen nicht zwingend in der Werkstatt des Goldschmieds entstanden sein. Sie wurden oft von Kupferstechern ausgeführt. Das Gravieren von Silber trug wahrscheinlich entscheidend zur Entwicklung des Anfang des 15. Jahrhunderts erfundenen Kupferstichs bei; denn die Goldschmiede machten sich Papierabzüge von ihren Gravuren, um die Entwürfe wieder verwenden zu können. Andererseits trugen gestochene Musterblätter (Vorlagen) wiederum zur Verbreitung des Gravieren bei.

In der Gotik war das Gravieren als Dekorationstechnik sehr beliebt. Es entstanden zahlreiche Silberobjekte mit bildlichen Darstellungen (sog. gestochene Bilder), in Italien kombinierte man im 15. Jh. die Gravur oft mit der Niello-Technik (Niello). Im 16. Jh. ersetzte man das aufwendige Gravieren oft durch das Ätzen bzw. bevorzugte man Dekorationen in Treibarbeit (Treiben). In den Niederlanden war das Gravieren, besonders von Tellern, Probierschalen und Präsentiertellern, dagegen auch im 16. und 17.Jh. noch üblich. Seit der 2. Hälfte des 18.Jh. werden häufig wiederkehrende Muster auf Gravier-, Guillochier-, Linier- und Schraffiermaschinen hergestellt. Später wurden Monogramme und Inschriften graviert.

Das Arbeiten mit dem Stahl-Meißel ist dem Gravieren verwandt, allerdings wird hier der Druck des Handballens durch den Hammerschlag ersetzt, ist also nur für grobe Dekors geeignet. Aus dieser langen Entwicklungszeit haben sich spezielle Stichtechniken ergeben, z.B.: Kupferstich, Stahlstich, Reliefstich, Flachstich. Die Gravierkunst der heutigen Zeit ist eine Spezialisierung geworden, wobei zwischen Hand- und Maschinengravur und einzelnen Spezialgebieten unterschieden wird, z.B.: Stahl-, Formenbau-, Walzen-, Blinddruck-, Schwarzdruck-, Schrifttypen-, Golddruck-, Schmuck-, Siegelstempel-, Etiketten-, Glas- und Steingravur.

Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige Spezialisten, die diese alten Handwerkstechniken beherrschen.